immatics GmbH / Max Lautenschläger

Immatics sammelt 150 Mio. US-Dollar vor wichtigen klinischen Daten ein

Das Tübinger Biotechnologieunternehmen Immatics will mit einer neuen Kapitalerhöhung brutto rund 150 Mio. US-Dollar einnehmen. Das Unternehmen hat den Verkauf von 12,95 Mio. Stammaktien zu jeweils 8,69 US-Dollar vereinbart. Hinzu kommen vorfinanzierte Optionsscheine für den Erwerb von 4,32 Mio. weiteren Aktien. Bei immatics stehen wichtige klinische Daten an, die für eine mögliche Zulassung entscheidend sein könnten.

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Das Angebot soll am 26. August abgeschlossen werden. Als Konsortialführer fungieren Jefferies, Leerink Partners und Cantor. Die Kapitalaufnahme fällt in eine wichtige Phase für Immatics. Das Unternehmen steht vor der Veröffentlichung klinischer Daten zu einem seiner zentralen Programme. Die nun eingeworbenen Mittel stärken dabei die finanzielle Basis für die weitere klinische Entwicklung der Pipeline.

Ein Zielmolekül, viele Ansätze

Immatics konzentriert sich auf T-Zell-Rezeptor-basierte Therapien (TCR) gegen Krebs. Im Zentrum steht dabei PRAME (Preferentially Expressed Antigen in Melanoma), eine Zielstruktur, die nach Angaben des Unternehmens in mehr als 50 Krebsarten exprimiert wird. Doch der enge Fokus auf das zielmolekül sollte nicht den Blick verstellen, dass Immatics hierfür unterschiedliche therapeutische Ansätze verfolgt, darunter TCR-T-Zell-Therapien (autologe Zellen) und TCR-Bispezifika. Auch so genannte in vivo-Therapien sind in Vorbereitung und zeigen die ganze Bandbreite.

Das Unternehmen bezeichnet sich als weltweit führend bei der Entwicklung von Therapien gegen PRAME und verfügt nach eigenen Angaben über das breiteste PRAME-Portfolio mit mehreren Indikationen und Modalitäten. Für immatics ist dies eine bessere Risikostreuung, wenn man den scheinbaren Fokus auf ein Zielmolekül mit einer großen Bandbreite an Wirkstoffmodalitäten adressiert.

Dies hat in den vergangenen Jahren immer wieder die Investoren überzeugt, die schon häufiger in der Größenordnung den Kapitalbeschaffungsmaßnahmen gefolgt sind. Die neue Finanzierung erfolgt über die Ausgabe von insgesamt rund 17,3 Mio. Aktien beziehungsweise aktienbezogenen Instrumenten. Bei den Pre-Funded Warrants liegt der Ausübungspreis bei 0,001 US-Dollar je Aktie. Zusätzlich haben die Konsortialbanken eine 30-tägige Option auf den Kauf von bis zu 2,59 Mio. weiteren Aktien zum Angebotspreis abzüglich des Zeichnungsrabatts.

Wirksamkeit schon gezeigt, reicht es für eine Zulassung?

Beim Unternehmen laufen schon die Vorbereitungen auf eine mögliche Zulassung. Während in Tübingen am Biotech-Campus an der Sternwarte rund 300 Beschäftigte die Forschungs- und Entwicklungsabteilung darstellen, wurde auch der US-Standort in Houston, Texas (USA) deutlich ausgebaut. Dort sind bereits über 300 Beschäftigte damit befasst die GMP-Produktion für das Material für die klinischen Studien bereitzustellen aber ebenfalls die Vergrößerung der Kapazitäten für den Fall einer Zulassung vorzubereiten. Zuversicht hat das Unternehmen deswegen, weil schon in den bisherigen klinischen Studien die Wirksamkeit deutlich wurde. Zahlenmäßig (an Patienten) waren diese Studien jedoch noch nicht ausreichend für eine Zulassung.

Bei einem kürzlichen Besuch des Unternehmens in Tübingen durch die |transkript-Redaktion wurde deutlich, dass ein wesentlicher Wissensschatz von immatics die vielen Daten aus der Entwicklung der TCR-Therapeutika sind. Mit diesen Daten zu bestimmten Genom-Haplotypen (HLA-Typus) von Ethnien und Patienten und dem Wechselspiel mit Antigenpräsentierenden Zellen, deren molekulare Grundlagen aus den Laboren von Hans-Georg Rammensee die Basis für die Unternehmensgründung waren, habe immatics ein eigenes Universum im Machine Learning bauen können, bei dem auch wichtige „falsche Ergebnisse“ in die Lernphase hätten einfließen können.

Mit der Kapitalmaßnahme verschafft sich Immatics damit zusätzlichen finanziellen Spielraum, während die klinische Entwicklung der wichtigsten Programme in eine entscheidende Phase eintritt. Die anstehenden Daten dürften zugleich weitere Hinweise darauf liefern, wie sich die TCR-basierte Technologie des Unternehmens klinisch bewährt.

Für den Standortleiter in Tübingen, Dr. Dominik Maurer, der zugleich die Discovery-Abteilung leitet, ist es bemerkenwert, dass das Unternehmen seit ziemlich genau 25 Jahren das Vertrauen der Investoren erhalten habe, ohne mit einem Produkt zurückzuzahlen. Das soll sich jetzt bald ändern. „Wir werden damit hoffentlich eine neue Aufbruchstimmung in Tübingen erleben, wenn wir zeigen können, was möglich ist“, so Maurer.

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